Freiberufler

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es circa eine Million Freiberufler.

Für einige Berufsgruppen haben wir Schwerpunkte gebildet. Sollten Sie Ihr Tätigkeitsfeld dort nicht wiederfinden, rufen Sie uns bitte gleich an (siehe Impressum). Wir beraten Sie gern!

Eine Zusammenstellung des tatsächlichen bzw. möglichen Versicherungsbedarfs, den Sie als Freiberufler haben, finden Sie in der nachfolgenden Übersicht. Etwas weiter unten können Sie sich über die Grundlagen der Haftung informieren.


Übersicht über Risiken und Versicherungen

Haftung/ Recht


Berufshaftpflicht-Versicherung

- Vermögensschaden-,
- Betriebs-,
- Umwelt-,
- Privat-Haftpflichtversicherung


Versicherungsschutz für die freibe-
rufliche Tätigkeit

einschließlich der Mitarbeiter,
der Subunternehmer und des Büros, respektive des Paxisvertreters und der Praxis

gegen

- Personenschäden
- Sachschäden
- Vermögensschäden
- Umweltschäden

Spezial- Rechtsschutz (RS) -Versicherung

- Vertrags-RS,
- Arbeits-RS,
- Straf-RS,
- Sozialgerichts-RS,
- Familien-RS,
- Verkehrs-RS,
- Mieter-RS,
- Vermieter-RS

für berufliche und private
Streitigkeiten

Sachwerte/Erträge


All- Risk- Police

(oder Einzelpolicen)

- Gebäude-,
- Büroinhalts-,
- Elektronik-,
- Ertragsausfall-,
- Glas-Versicherung

gegen

„alle“ Gefahren z.B.:

- Feuer, Explosion
- Einbruch-Diebstahl
- Vandalismus
- Leitungswasser
- Sturm, Hagel
- Blitzschlag
- Elementarschäden
- Betriebsstillstand
- Diebstahl
- Sabotage
- Beschädigung
- sonstige Gefahren


Kraftfahrzeugversicherung

- Haftpflicht
- Vollkasko
- Teilkasko

Arbeitskraft/ Altersvorsorge


Krankenversicherung

- Private Krankenversicherung
- Zusatzversicherungen
- Krankentagegeldversicherung


Berufsunfähigkeitsversicherung

Private Berufsunfähigkeits-
versicherung

Unfallversicherung

- Private Unfallversicherung
- Unfallrente


Altersvorsorge

- Rentenversicherung
- Private Rentenversicherung
- Kapitallebensversicherung
- „Klassische“ Lebensvers.,
- Fondspolice


Hinterbliebenenversorgung

- Risikolebensversicherung
- Witwenrente
- Waisenrente


Betriebliche Altersversorgung

- Pensionszusage
- Direktversicherung
- Pensionskasse
- Pensionsfonds
- Unterstützungskasse



Grundlagen der Haftung

Was bedeutet Haftpflicht?

Gesetzliche Verpflichtung zum Schadenersatz

Gesetzliche Grundlagen

Die wichtigsten und ältesten Normen sind im Bürgerlichen Gesetzbuch, BGB, enthalten. Es gibt eine Vielzahl von weiteren, gesetzlichen Bestimmungen, z. B. im Arzneimittelgesetz, HGB, Produkt-Haftungs-Gesetz, Umwelt-Haftungs-Gesetz, Straßenverkehrs-Gesetz, Haftpflichtgesetz u. a.

Vertragliche Grundlagen

-Gesetzliche Haftung aus Vertrag, z.B. positive Vertragsverletzung, Verletzung von Nebenpflichten etc.
-Vertragliche Übernahme von gesetzlicher Haftung
-Reine vertragliche Haftung, z.B. generelle Übernahme der Haftung


1.1. Verschuldenshaftung

Unerlaubte Handlung

Die wichtigste Grundlage im deutschen Haftpflichtrecht ist die Verschuldenshaftung, und zwar die sog. Unerlaubte Handlung. Die entsprechende Rechtsnorm ist der § 823, Abs. 1 im BGB:
Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstandenen Schaden verpflichtet.

Für die unerlaubte Handlung sind also folgende Voraussetzungen zwingend notwendig:

  • Handlung (Tun oder Unterlassung)
  • Verletzung eines Rechtsgutes
  • Schaden
  • Ursächlicher Zusammenhang zwischen Handlung und Schaden
  • Widerrechtlichkeit
  • Verschulden des Schädigers
  • Deliktfähigkeit des Schädigers

Verschuldensgrade

Vorsatz, bedingter Vorsatz, grobe Fahrlässigkeit, leichte Fahrlässigkeit
Schuldhaft handelt, wer die Sorgfaltspflicht verletzt. Die Rechtsprechung verlangt sogar, dass die erforderliche, nicht die übliche Sorgfalt zu beachten ist. Die Unterscheidung nach der Schwere des Verschuldens hat für die Schadenersatzpflicht keine Bedeutung.

Beweislast

Der Geschädigte muss die unerlaubte Handlung mit allen og. Kriterien nachweisen. Fehlt nur eine Bedingung, ist der Anspruch hinfällig.

Grundsatz

Keine Haftung ohne Verschulden (im Gegensatz zur Gefährdungshaftung)


1.2. Gefährdungshaftung

Verstoß gegen Schutzgesetze

Rechtsnorm in § 823 Abs. 2 BGB. Diese Vorschrift gilt analog der unerlaubten Handlung. Ausnahme: Kein Verschulden notwendig.
Grundsatz: Haftung ohne Verschulden!
Beweislastumkehr ( Schädiger muss sich entlasten)


1.3. gesetzliche Vertragshaftung

Positive Vertragsverletzung

- Haftung bei mangelhafter Erfüllung oder Nichterfüllung der Schuld
- Haftung bei Verstoß gegen Nebenpflichten
- Haftung bei Schäden durch Produkte oder Leistungen
- Die Leistungsstörungen setzten in der Regel Verschulden voraus
- Haftung für den Erfüllungsgehilfen (§ 278 BGB)